1. Sind zum Zeitpunkt des Urteils Eintragungen im Verkehrszentralregister bereits tilgungsreif, unterliegen diese Eintragungen dem gesetzlichen Verwertungsverbot gemäß § 29 Absatz VIII 1 StVG.

2. Auch wenn diese Taten zum Zeitpunkt der Tatbegehung noch nicht tilgungsreif waren, greift das, hinsichtlich der Vorahndungen aber des Urteilserlasses Tilgungsreife nach eingetreten war.

3. Selbst wenn im Zeitpunkt der letzten tatrichterlichen Entscheidung die Überliegefrist des § § 29 Absatz VII StVG noch nicht abgelaufen war, besteht ein Verwertungsverbot (Anschluss u.a. an OLG Bamberg, DAR 2007, DAR Jahr 2007 Seite 38; OLG Karlsruhe, ZfS 2005, ZFS Jahr 2005 Seite 411; OLG Hamm, NZV 2007, NZV Jahr 2007 Seite 156, NZV Jahr 2007 Seite 165; OLG Schleswig, ZfS 2006, ZFS Jahr 2006 Seite 348 und OLG Frankfurt a.M., NStZ-RR 2010, NSTZ-RR Jahr 2010 Seite 87).

 

OLG Bamberg, Beschluss vom 10. 2. 2010 – 2 Ss OWi 1575/09