Schlagwort: fahren ohne fahrerlaubnis

Ab wann ist man vorbestraft?

Michael Grabscheit @ Pixelio.deSie haben unerfreuliche Post bekommen. Der Briefträger hat einen gelben Umschlag geliefert – der Inhalt: ein Strafbefehl. Ihnen wird vorgeworfen, eine Verkehrsstraftat (unerlaubtes Entfernen vom Unfallort/Gefährdung des Straßenverkehrs/Nötigung/Fahren ohne Fahrerlaubnis, etc.) begangen zu haben. Gegen Sie wird neben einem mehrmonatigen Fahrverbot eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 40 € festgesetzt.

In Ihnen brodelt die Frage –

Wenn der Strafbefehl rechtskräftig wird, bin ich dann vorbestraft?

Ich muß ein Führungszeugnis abliefern – Erfährt mein Arbeitgeber von diesem Urteil?

Ab wann ist man vorbestraft?

Es gibt einen Unterschied zwischen dem Eintrag im Bundeszentralregister und der Eintragung im Führungszeugnis.
Nur der Inhalt des Führungszeugnisses ist wichtig gegenüber dem Arbeitgeber.

 

Was steht im Führungszeugnis?

Ich beschränke mich auf die für Sie wichtigsten zwei Punkte
  1. Verurteilungen zu einer Geldstrafe ab 91 Tagessätzen oder,
  2. Freiheitsstrafen oder Arrest über 3 Monate.
Solange die Geldstrafe unter 90 Tagessätzen bleibt und Sie auch nicht zu einer Freiheitsstrafe von mehr als 3 Monaten verurteilt werden, wird diese Verurteilung zwar im Bundeszentralregister eingetragen. In das hat aber Ihr Arbeitgeber keinen Einblick. Im Führungszeugnis steht von dieser Verurteilung nichts.
Sie brauchen sich also keine Gedanken machen, dass Ihr Arbeitgeber etwas von dem Strafbefehl erfährt, sobald Sie das Führungszeugnis vorlegen. Die Verurteilung zu 30 Tagessätzen taucht im Führungszeugnis nicht auf.

 

Weitere Einzelheiten, was noch im Führungszeugnis eingetragen wird, können Sie hier nachlesen

EU Führerschein

EU Führerschein aus dem Ausland

Das Thema EU-Führerschein ist sehr komplex und beschäftigt schon seit Jahren die Gerichte bis hin zu einem der obersten Europäischen Gerichtshöfe, den EuGH.

In zahlreichen Entscheidungen hat der EuGH Stellung bezogen, wann ein EU Führerschein anerkannt werden muss. Die Praxis zeigt, dass die Anwendung der einschlägigen Gesetze sowie die Berücksichtigung der Rechtsprechung des EuGH den Behörden und Gerichten Probleme bereitet.

Seit Jahren vertrete ich Mandanten die Inhaber eines EU Führerscheins sind sowohl vor den Führerscheinbehörden, den Verwaltungsgerichten als auch in strafrechtlichen Verfahren wenn es um die Frage geht, ob die im EU Ausland erworbene Fahrerlaubnis in Deutschland anzuerkennen ist, oder ob sich der Mandant des Fahrens ohne Fahrerlaubnis strafbar gemacht hat.

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