Das Bundesverwaltungsgericht hat am 17.02.2021 entschieden:

  • dass vor der Wiedererteilung einer Fahrerlaubnis,
  • eine MPU auch unter 1,6 Promille gefordert werden kann,
  • wenn eine Blutalkoholkonzentration (BAK) über 1,1 Promille vorlag und
  • keine alkoholbedingten Ausfallerscheinungen festgestellt wurden.

Das bedeutet die Entscheidung in der Praxis

Die Regel ist: Ab 1,6 Promille aufwärts muss eine MPU absolviert werden, bevor die Fahrerlaubnis wiedererteilt wird. Das wird sie auch bleiben, wenn Sie einmal mit einem Wert unter 1,6 Promille aufgefallen sind und auch „typisch“ alkoholisiert gewirkt haben.

Waren Sie bei der Polizeikontrolle allerdings auffällig unauffällig, dann kann dies bei der Wiedererteilung zum Problem werden. 

Sie müssen mit eine MPU-Anordnung rechnen:

  • ab einer BAK von 1,1 Promille, wenn
  • keine alkoholbedingten Ausfallerscheinungen aufgetreten sind.

Liegen bei Ihnen Anzeichen für Alkoholmissbrauch vor, kann die Führerscheinstelle an der Fahreignung zweifeln.

Der Weg zum Führerschein führt dann nur über die MPU.

BVerwG 3 C 3.20 – Urteil vom 17. März 2021
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